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Aktuelles
"Gibt es nicht genug Hunde in unseren Tierheimen? Warum auch
noch Hunde aus dem Ausland importieren?"
Anschließend könnte man die Fragen gleich hinten anstellen,
die so oft in deutschen Tierheimen gestellt werden: "Haben sie kleinere
Hunde?"
"Gibt
es bei Ihnen auch jüngere Hunde?"
"Sind
die Hunde für Anfänger geeignet?
Ja, auch diese, oft gesuchten Hunde (aus deutschen Haushalten!!), landen
leider manchmal in unseren Tierheimen, doch sehr, sehr selten.
Familien mit Kindern, Menschen mit bestimmten "Wunschhund- Vorstellungen",
unerfahrene zukünftige Hundebesitzer, würden sie sich deshalb
einen großen oder einen verhaltensauffälligen Hund mit nach
Hause nehmen, wenn kein Anderer da wäre?
Nein, das würden sie nicht! Sie würden wieder gehen und von
ihrem Tierheimerlebnis wahrscheinlich auch erzählen: "Ich wollte
ja einen Hund aus dem Tierheim, aber da war ja Keiner, der auch nur ein
wenig in Frage gekommen wäre! So habe ich eben dort
einen
Hund gekauft". (Ich habe diese Sätze jedenfalls schon oft gehört.)
Im schlimmsten, aber nicht einzigen Fall, ist die Familie, die eigentlich
den guten Vorsatz hatte, vielleicht (aus Unwissenheit) bei einem preiswerten,
aber unseriösen "Züchter" gelandet oder einem Hundevermehrer,
der Hunde aus dem Osten verkauft. Dann hat die Familie erst recht einen
Auslandshund, vielleicht sogar einen Kranken und das Gegenteil von ihrem
anfänglichen Gedanken einem Hund aus dem Tierschutz/ -heim ein neues
Zuhause zu geben.
Warum also, sollte man nicht Hunden, die aus Ländern stammen, wo
sie nichts wert sind, nicht ausreichend versorgt werden, an der Kette
hängen, im Winter erfrieren, im Sommer verdursten, im Regen auf dauerfeuchtem
Boden liegen müssen, vor Hitze eingehen oder doch sowieso in vielen
Tier-Stationen nach einigen Tagen eingeschläfert werden, nicht ein
Leben ermöglichen?
Warum also, sollte man nicht Hunden, die aus Ländern stammen, wo
ihre Vermittlungschancen so ziemlich bei 0 sind, auch wenn sie noch so
hübsch, lieb, klein, schmusig,
sind und gerade, weil sie so
lieb und klein sind, in den großen, aus Platzmangel oft untrennbaren
Zwingern, von den Stärkeren tot gebissen werden oder sie sterben
vor Schwäche, weil sie nicht ans Futter oder Wasser rankommen oder
an ein trockenes Plätzchen zum ausruhen, ein schönes Leben ermöglichen?
Warum sollte man nicht gesunde, gut vermittelbare Hunde aufnehmen, die
jahrelang, ohne Auslauf und Streicheleinheiten dahinvegetieren, weil es
in manchen Länden unüblich ist, ein Hund aus dem Tierheim aufzunehmen,
während bei uns in den Tierheimen die warmen, trockenen Zwinger manchmal
leer stehen?
Werden unsere deutschen Tierheime nicht dadurch sogar rentabler und attraktiver,
wenn man sich auf der Hundewiese erzählen kann:
"Meine Luna ist aus dem Tierheim, ich konnte mich kaum entscheiden,
soviel tolle Hunde! Das habe ich meiner Nachbarin, eine ältere Dame,
erzählt. Nun hat sie eine 8- jährige Dackeldame dort gefunden.
Die 2 passen super zusammen und sind glücklich!"
Und wenn der Gesprächspartner dann sagt: "Klasse, das muss ich
gleich meiner Freundin erzählen, sie sucht einen sportlichen Hund
zum joggen! "
Und so wird im Tierheim vielleicht ein Tierheim- Dauergast durch die Hilfe
eines Auslandshundes vermittelt, der noch lange gewartet hätte, weil
er so temperamentvoll ist, so viel Auslauf braucht, so groß und
so schwarz ist,
.
So wird beiden Seiten geholfen.
Wenn man positiv über unsere Tierheime spricht, werden sie auch viel
Zulauf von hundeinteressierten Tierfreunden bekommen und noch mehr Hunde,
auch Dauergäste, werden besser vermittelt.
Auch kommt kommt es immer wieder vor, dass Jemand nach einem kleinen,
weißen Wuschel schauen wollte, sich aber dann in die wunderschönen
Augen eines großen schwarzen älteren Hundes verliebt hat. Das
sind die schönsten Vermittlungsgeschichten!
Hilfe vor Ort durch Kastrationsprogramme und Aufklärung der Bevölkerung
sollte sicher Priorität im Auslands- Tierschutz haben, doch schließt
das Eine das Andere nicht aus.
Nicht selten macht ein Hund aus einem ausländischen Tierheim, der
nach Deutschland reisen darf, einem Anderen aus einer Tötung, einem
Isolator oder auch einem Strassenhund,
der an einem gefährdeten Ort lebt, seinen sicheren Platz "frei"
und rettet so sein Leben.
Jutta Kromer
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