Hundehilfe Gabriel - die Tierschutz-Schnupperseite Hundehilfe Gabriel - die Tierschutz-Schnupperseite
     Startseite    |    Gabriel    |    Hilfsmöglichkeiten    |    Schnupper-Links    |    Kontakt / Impressum

Aktuelles  |  Das dies kein leichter Gang werden würde, war uns klar, als wir das Gelände des
                       Isolators in Rousse/ Bulgarien
betraten ....

Im September 09 sind meine deutsche Freundin Kirsten und ich, mit drei erfahrenen und engagierten, bulgarischen Tierschützern zum Isolator nach Rousse gefahren. Wir wollten uns endlich den Ort ansehen, von dem wir schon soviel gehört hatten und vor allem auch Hunde rausholen - für zwei hatten wir Unterbringungsmöglichkeiten.

Als wir das Gelände betraten, sahen ein Gebäude (Büro, OP- Raum, Innenzwinger, ..), Arbeiter, die an einer neuen Zwingerreihe bauten, eine jüngere Frau in grünen OP- Klamotten und mit eiskaltem Blick. Unter hohen Bäumen waren zwei große Hunde angekettet, ein Welpe sprang durchs Gras. Wir grüßten freundlich, man starrte uns wortlos an.

angekettete Hunde im IsolatorDas Gebäude des IsolatorsBau neuer Zwingerein freilaufender Welpe im Isolator

Die Zwinger hinter dem Gebäude waren relativ neu, überdacht, manche hatten "Hüttenähnliche" Unterschlupfmöglichkeiten, manche nur Holzliegeplätze. Nichts auffälliges, da hatten wir schon ärmlichere Zwingeranlagen gesehen.

Die Hunde jedoch darin waren (bis auf wenige) völlig verstört, verängstigt, wirkten teilweise traumatisiert, wollten sich in eine Ecke verkriechen, mit gesenktem Kopf, den Rücken zu uns gekehrt.
Andere lagen da, rührten sich nicht, schauten uns mit völlig apathischem Blick an.
Im nächsten Zwinger hatten sich zwei Hunde unter den Holzliegeflächen versteckt, die vielleicht gerade auf 25 cm hohen Pflöcken standen, schutzsuchend, ängstlich, traurig resigniert. Die Hunde kamen die ganze Zeit nicht aus ihrem zweifelhaften Unterschlupf. Ein paar Zwinger weiter, das gleiche Bild.

unter Paletten versteckt
Bau einer neuen Zwingeranlageim Außenzwinger eine Mutter mit Welpen
junge, nette, freundliche Hunde...völlig depressiv
für die MItarbeiter im Isolator sind die Hunde schmutzig und gefährlich diese Hunde machen absolut keine guten Erfahrungen mit Menschenunter Paletten versteckt er wartet auf das, was da kommt...

Schöne Hunde waren dabei, grosse, kleine, alte (ganz) junge, helle, dunkle, einfach alles - doch alle, so gut wie keine Chance auf ein schönes Leben.
Eine Bekannte von uns, eine bulgarische Tierärztin hatte uns vorher schon erzählt: Wenn ein normaler, fröhlicher Hund in den Isolator kommt, wird er schon nach kürzester Zeit im Isolator ein physischen Wrack sein.
Und genau so sah es auch aus!

Dann gingen wir in das Gebäude zu den Zwingern darin. Diese waren alt, dunkel, kaum belüftet, feucht, die einzelnen Zellen geschlossen durch Türen, wo die Hunde nichts sehen konnten, einfach nur grauenhafte Verschläge! Hier befanden sich wohl u.a. auch die Hunde, die frisch kastriert waren, Mütter mit Welpen haben wir gesehen,… wir sind in die Zwinger zu ihnen rein gegangen, wurden freudig begrüßt, manchmal von den Hunden umarmt, hoffnungsvolle Blicke, manche wollten mit all ihrer Kraft mit raus in die Freiheit.

die Innenzwinger
in die hinterste Ecke gedrücktverzweifelte Blicke hol mich hier raus
die Ausstattung eines Innenzwingersverzweifelte Hunde
armer armer Hund immer das gleiche Bild...und wir können nichts tun
verzweifeltängstlich
scheu

Manche der verängstigten Hunde blickten uns von ihrer Ecke aus an. An unseren Stimmen spürten sie, dass wir es gut mit ihnen meinen, kamen vertrauensvoll näher. Andere waren so ängstlich, dass wir sie in Ruhe ließen um sie nicht noch mehr zu verstören.
Ein anderer Rüde lag in der Ecke, frisch operiert hielt er sein Hinterbeinchen hoch. Er hatte Schmerzen, was wohl auch an der Op- weise lag, wie man uns schon vorher aufgeklärt hatte. Auch darüber, dass das Nahtmaterial, dass im Isolator verwendet wird, zu dick sei. Das kann schlimme Folgen, wie eiternde Wunden, etc. haben. Doch der hübsche Rüde stand trotzdem auf, freute sich über jede Aufmerksamkeit. Ein prachtvoller Kerl. Was für eine Chance hätte er bei uns in Deutschland gehabt?!

ohne Licht
verdreckte Zwingerverzweifelte Hunde ein Bild des Jammers...
ihn wollten wir retten...aber er sei frisch kastriert und daher könne er nicht raus

Doch welchen dieser bedauernswerten Hunde holen wir raus?
Unsere bulgarischen Begleiter wollten einen Hund rausholen, von dem sie wussten, dass er schon ein Jahr im Isolator saß, doch jetzt war er plötzlich verschwunden. Angeblich freigelassen!???
Ein anderer, grosser dunkler Rüde, sollte bald getötet werden, weil er jemanden gebissen hätte (doch es war wohl ein anderer Hund gewesen, die Hundefänger fingen den Rüden nur, weil er so zutraulich war). Wir gingen den Rüden anschauen. Freundlich war er, liebebedürftig, freute sich über die Aufmerksamkeit, jedes freundliche Wort. Auch scheu war er nich, auch er hatte den hoffnungslosen, resignierten Blickt. Wir nannten ihn Jonny.

Gleich wenige Zwinger nebenan konnten wir beobachten wie ein Isolator- Mitarbeiter einen Hund mit Pfeilen für die Kastration betäubte. Wie ein "Häufchen Elend" saß er in seiner Zwinger- ecke, der Pfeil neben ihm auf dem Boden.
Meist werden die Hunde 3x betäubt, hatte man uns erzählt: wenn sie kastriert werden (klar), aber auch wenn sie nur in einen anderen Zwinger verlegt werden. Die Arbeiter denken die Hunde sind böse, beissen und haben Angst. Und noch einmal, wenn sie vielleicht (!?) irgendwann einmal auf der Strasse freigelassen werden. Dafür bekommt der Isolator und seine Mitarbeiter Geld, 30,- €/ Hund umgerechnet. In Bulgarien darf nach dem neuen Tierschutzgesetz nicht mehr getötet werden. Aber es gibt Ausnahmen, man muss sie nur begründen und wer forscht bei verschwundenen Hunden schon nach?

Der zweite Hund den wir mit aus dem Isolator nehmen wollten, sollte ein unauffälliger, schwarzer, total verzweifelter Rüde aus einem der Innenzwinger sein. Panisch bettelte er, ihn mitzunehmen und rannte immer gegen die Tür, wollte raus.

So gingen wir zum Büro um dem Willen die Tat folgen zu lassen. Genehmigt werden, musste das vom Chef, der gleichzeitig der Tierarzt des Isolators in Rousse ist.
Uns Deutschen wollte er "per seh" keinen Hund mitgeben. Doch bei Bulgaren ist es anderes, ihnen muss man Hunde geben: Wir holten den angeblichen agressiven Beisser (Johnny) aus seinem Zwinger. Friedlich trottete er hinter uns her.

Johnny - angeblich aggressivJohnny ist aber total freundlich

Mit dem 2. Hund, den wir ausgesucht hatten, klappte es jedoch nicht. Er wäre frisch operiert. Wir sprachen höflich mit ihm (er verstand englisch). Selten habe ich einen Menschen getroffen, der uns das Blut derart in den Adern gefrieren ließ. Sein Hass uns gegenüber war offensichtlich, auf Konfrontation zu gehen, keinen Sinn. Zu groß die Angst, dass er seine Wut an den Hunden auslassen würde Und so ein Mensch praktiziert als Tierarzt!?!?
Bevor die Situation eskalierte holte eine bulgarische Tierschützerin einen (von mind. 6!!) Welpen aus dem nächstliegenden Zwinger, vor lauter Angst, dass wir jetzt keinen zweiten Hund mehr rausbekommen würden.

Kleiner Sunny im Isolator in RousseSunny wurde gerettetdie anderen mussten wir leider zurücklassen....

Sunny nannten wir ihn, er ist ca. 4 Monate jung. Wenigstens ER soll nun auf der sonnigen Seite des Lebens aufwachsen. Die ersten Wochen einer der beiden bulgarischen Tierschützerinnen (bis er ausreisebereit ist) und nach Deutschland vermittelt werden kann.

Auch Jonny wartet in einem sicheren Tierheim auf seine Menschen und eine gute Zukunft. Doch die anderen Hunde im Isolator werden wir nie vergessen. Und hoffen, dass in den sicheren Tierheimen Bulgariens, Plätze durch Vermittlungen `frei`werden, damit man weiter Hunde aus dieser "Hölle" retten kann.

nach oben